Prof. Dr. Bert Heinrichs

Bert Heinrichs
© Forschungszentrum Jülich

Aktuelle Anstellung

  • Professor für Ethik und Angewandte Ethik, Institut für Wissenschaft und Ethik (IWE), Universität Bonn
  • Leiter der Arbeitsgruppe "Neuroethik und Ethik der KI" im Institut für Neurowissenschaften und Medizin: Gehirn und Verhalten(INM-7) am Forschungszentrum Jülich

Frühere Anstellungen

  • 2001 - 2002: Webmaster / Information Assistant, United Nations Volunteers (UNV), Bonn
  • 2002 - 2005: Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Institut für Wissenschaft und Ethik (IWE), Universität Bonn
  • 2005 - 2007: Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE), Universität Bonn
  • 2007 - 2015: Leiter der Wissenschaftlichen Abteilung, Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE, Universität Bonn

Akademische Ausbildung

  • 1995 - 2001: Studium der Philosophie, Mathematik und Erziehungswissenschaften in Bonn und Grenoble
  • 2001: M.A. (Philosophie, Mathematik)
  • 2002 - 2006: Promotionsstudium (Philosophie) in Bonn
  • 2007: Promotion (Philosophie)
  • 2013: Habilitation (Philosophie)

Laufende Forschungsprojekte

Jenseits reiner Performanz: ein ethischer Rahmen für die Nutzung von KI in der Neuromedizin

Die Digitalisierung wird in absehbarer Zeit weite Teile der Gesundheitsforschung und Gesundheitsversorgung nachhaltig verändern. Eine wesentliche Voraussetzung für eine sachgerechte Information und reflektierte Auseinandersetzung der Gesellschaft mit der Digitalisierung, Big Data-Anwendungen, Künstlicher Intelligenz (KI) und der Medizininformatik in Forschung und Versorgung ist die sorgfältige Analyse von Chancen und Risiken für den weiteren Umgang.

Das Verbundprojekt FRAIM ist Teil der BMBF-Fördermaßnahme „Forschung zu ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten (ELSA) der Digitalisierung, von Big Data und Künstlicher Intelligenz in der Gesundheitsforschung und -versorgung“. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Auswirkungen der neuen Technologien auf Wissenschaft und Gesellschaft zu untersuchen und auf einen gesellschaftlich akzeptierten und verantworteten Rahmen für ihren Einsatz hinzuwirken. Ziel des Verbundes FRAIM ist, einen Bewertungsrahmen für die Bewertung von KI-Verfahren bereitzustellen, die in der medizinischen Diagnostik und Entscheidungsfindung angewendet werden. Hierfür werden detaillierte ethische und rechtliche Analysen durchgeführt zur Akzeptanz von und Vertrauen in KI-basierte Verfahren im Bereich der Neuromedizin.

Projektpartner:

  • Institut für Neurowissenschaften und Medizin: Gehirn und Verhalten (INM-7), Forschungszentrum Jülich
  • Fachbereich Rechtswissenschaft, Universität Bonn
  • Institut für Systemische Neurowissenschaften, Universität Düsseldorf
  • Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften, Universität Bonn

Förderzeitraum: 2021-2024

Gefördert durch: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Weitere Informationen: https://www.fraim-projekt.de

KI-basierte Gesundheitsvorsorge bei Kindern und Jugendlichen (AI-PHCA)

Dieses interdisziplinäre Projekt zielt darauf ab, Möglichkeiten zur Verbesserung der präventiven Gesundheitsversorgung bei Kindern und Jugendlichen durch künstliche Intelligenz (KI)-basierte Ansätze (Smartphone-Apps, webbasierte Anwendungen) in ethischer, rechtlicher und sozialer Hinsicht zu untersuchen.
 Derzeit gibt es nur wenige umfassende Daten über die Einstellungen von Eltern, Kindern und Jugendlichen, Kinderärzten und anderen Akteuren zum Einsatz von KI-basierten Tools. Gleichzeitig sind die ethischen und rechtlichen Herausforderungen in diesem Zusammenhang kaum erforscht worden. Unser Ziel ist es daher, eine solide Datenbasis und fundierte ethische und rechtliche Analysen zu liefern. Mit empirischen Methoden (Fragebögen, Fokusgruppen) werden Akzeptanz und Verständnis, Verfügbarkeit und Bedenken von KI-basierten Werkzeugen erhoben. Parallel dazu werden umfangreiche Literaturrecherchen und konzeptionelle Analysen durchgeführt, um zentrale ethische und rechtliche Fragen zu identifizieren. Insbesondere werden schwierige Abwägungen zwischen dem Wohl des einzelnen Kindes, der informationellen Selbstbestimmung, den Rechten und Pflichten der Eltern und dem potenziellen Nutzen für die Kinderheilkunde und die Kinder- und Jugendpsychiatrie untersucht. Schließlich wird das Projekt eine detaillierte Bewertung der Aussichten für eine KI-gestützte präventive Gesundheitsfürsorge für Kinder und Jugendliche liefern und so die Grundlage für weitere Initiativen in diesem Bereich schaffen.

Projektpartner:

  • Institut für Neurowissenschaften und Medizin: Gehirn und Verhalten (INM-7), Forschungszentrum Jülich
  • Klinik für allgemeine Pädiatrie, Neonatologie und pädiatrische Kardiologie, Universitätsklinikum Düsseldorf
  • Abteilung Klinische Kinderneuropsychologie, Universitätsklinikum RWTH Aachen
  • Institut für Rechtsfragen der Medizin, Universität Düsseldorf
  • Institut für Systemische Neurowissenschaften, Universität Düsseldorf

Förderzeitraum: 2022-2025

Gefördert durch: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Zuletzt erschienen

  • Artificial Intelligence and Rational Discourse. In: Sturma, Dieter (ed.): Mind and Time. Philosophical and Psychological Perspectives, Freiburg: Alber, 2023, 45-54

  • Künstliche Intelligenz und menschliches Maß. In: Loh, J., Grote, T. (eds): Medizin – Technik – Ethik. (Techno:Phil – Aktuelle Herausforderungen der Technikphilosophie, vol. 5). Berlin: J.B. Metzler, 2023, 17-36. https://doi.org/10.1007/978-3-662-65868-0_2 (zusammen mit U. Steckmann).

  • Künstliche Intelligenz in der Medizin. In: Medizinrecht 41 (2023), 259-264. https://doi.org/10.1007/s00350-023-6432-x (zusammen mit Cornelia Karger et al.).
  • Learning to Live with Strange Error: Beyond Trustworthiness in Artificial Intelligence Ethics. In: Cambridge Quarterly of Healthcare Ethics (2023), 1-13. https://doi.org/10.1017/S0963180122000688 (zusammen mit Charles Rathkopf).
  • AI, Suicide Prevention and the Limits of Beneficence. In: Philosophy & Technology (2022) 35: 103. https://doi.org/10.1007/s13347-022-00599-z (zusammen mit Aurélie Halsband).
  • Is the Current Informed Consent Model Flawed? In: Faintuch, Joel; Faintuch, Salomao (eds.): Integrity of Scientific Research. Cham: Springer, 2022, 549-557. https://doi.org/10.1007/978-3-030-99680-2_55 (zusammen mit Serap Ergin Aslan).

Neuere Publikationen 

  • Künstliche Intelligenz. Berlin: De Gruyter (Grundthemen Philosophie), 2022. https://doi.org/10.1515/9783110746433 (zusammen mit Jan-Hendrik Heinrichs und Markus Rüther).
  • Ethical Implications of e-Health Applications in Early Preventive Healthcare. In: Frontiers in Genetics (2022) 13:902631. https://doi: 10.3389/fgene.2022.902631 (zusammen mit Mandy Stake).
  • Can we read minds by imaging brains? In: Philosophical Psychology (2022). https://doi.org/10.1080/09515089.2022.2041590 (zusammen mit Charles Rathkopf und Jan-Hendrik Heinrichs).
  • Discrimination in the Age of AI. In: AI & Society 37 (2022), 143–154. https://doi.org/10.1007/s00146-021-01192-2.
  • Moral gestalten. Zur Bezugnahme auf natürliche Tatsachen in der Ethik. In: Sturma, Dieter (Hg.): Natur, Ethik und Ästhetik. Paderborn: Brill mentis 2022, 173-186.
  • Aliens in the Space of Reasons? On the Interaction Between Humans and Artificial Intelligent Agents. In: Philosophy & Technology 34 (2021), 1569-1580. https://doi.org/10.1007/s13347-021-00475-2 (zusammen mit Sebastian Knell).
  • Der vorhersagbare Mensch. In: Der Nervenarzt 92 (2021), 1140-1148. https://doi.org/10.1007/s00115-021-01197-8 (zusammen mit Simon Eickhoff).
  • Entfremdung im Raum der Gründe. Überlegungen zur möglichen Transformation diskursiver Praktiken durch künstliche Intelligenz. In: Scheidewege 51 (2021), 52-74 (zusammen mit Sebastian Knell).
  • Is it possible to simulate “thought”? In: Benetka, Gerhard; Werbik, Hans (Hg.): Discussing Cognitive Neuroscience. Psychology, Neurophysiology, and Philosophy on the Mind, Body and Brain. Cham: Springer, 2021, 153-163.
  • Moral ambivalence. A comment on NIPT from an ethical perspective. In: Journal of Perinatal Medicine 49 (2021), 949-952 . https://doi.org/10.1515/jpm-2021-0194.
  • 学・道徳生理学・行為の根拠 [Neurowissenschaften, Moralphysiologie, Handlungsgründe]. In: Yasushi Kato, Takeshi Kojima (eds.): 尊厳と社会(上)[Würde und Gesellschaft 1]. Hosei University Press, 2020, 297-318.
  • Moral gestalten. Methoden der Angewandten Ethik. In: Methoden in der praktischen Philosophie. Praefaktisch [Blog]. https://www.praefaktisch.de/methoden-der-praktischen-philosophie/moral-gestalten-methoden-der-angewandten-ethik/ (23. Juli 2020).
  • Moralische Entscheidungen in tragischen Situationen. In: Lebenszeichen – Wir bleiben im Gespräch. https://www.uni-bonn.de/neues/moralische-entscheidungen-in-tragischen-situationen (07. April 2020)
  • Aristotelian Naturalism and the Concept of Person. In. Hähnel, Martin (ed.): Aristotelian Naturalism: A Research Companion, Berlin: Springer, 2020, 425–439.
  • Das Orakel-Syndrom. Zum Einsatz künstlicher Intelligenz in der medizinischen Diagnostik. In: Philosophie aktuell [Blog]. https://www.philosophie.ch/philosophie/highlights/philosophie-aktuell/das-orakel-syndrom (02. March 2020).
  • Your evidence? Machine learning algorithms for medical diagnosis and prediction. In: Human Brain Mapping (online first). https://doi.org/10.1002/hbm.24886 (zusammen mit Simon Eickhoff).
  • Was tut der Mensch, der handelt? Christine M. Korsgaard. In: Müller-Salo, Johannes (Hg): Themen analytischer Philosophie. Eine Einführung in 16 Fragen und Antworten. Paderborn: Wilhelm Fink / UTB, 2020, 157-172 (zusammen mit Markus Rüther).
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