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Klausurwochen 2006

"Jenseits der Therapie: Ethische und soziale Aspekte einer medizinischen, und gentechnischen Verbesserung menschlicher Eigenschaften, Anlagen und Fähigkeiten"

Bonn, 24.03.2006 bis 02.04.2006

 

Gegenstand von Medizin und Biowissenschaften sind in immer stärkerem Maße technische Eingriffe in den Menschen, welche nicht der Linderung oder Heilung von Krankheiten dienen, sondern nicht auf Krankheit bezogene physische Merkmale steigern oder verbessern wollen. Diese unter dem Begriff "Enhancement" diskutierten Interventionen betreffen beispielsweise die Verbesserung des äußeren Erscheinungsbildes durch kosmetisch-chirurgische Eingriffe, die Steigerung der Körpergröße durch Wachstumshormongabe oder die Verlangsamung des Alterungsprozesses. Darüber hinaus ist auch die Leistungssteigerung im Sport mittels Doping dem Gebiet des Enhancement zuzuordnen.

In diesem Zusammenhang werden weitreichende Fragen aus medizinethischer, sozialethischer und ethisch-anthropologischer Perspektive aufgeworfen. Diese betreffen zunächst das Problem, inwiefern eine Unterscheidung zwischen Therapie und Enhancement überhaupt möglich ist und welche etwaige normative Relevanz sie hat, z.B. im Hinblick auf die Ziele von Medizin oder Fragen der Gerechtigkeit. Welche Eingriffe der Autonomie und dem guten Leben der Person zuträglich oder abträglich sind, und als was sich der Mensch, der sich biotechnologisch modifiziert, zukünftig verstehen will, sind schließlich grundsätzliche ethische und anthropologische Fragen, die sich im Zuge der Enhancementproblematik stellen.

 

Konzeption:

Mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE) veranstaltet das Institut für Wissenschaft und Ethik (IWE) an der Universität Bonn im Frühjahr 2006 Klausurwochen zum Thema „Jenseits der Therapie“.

Maximal 15 hochqualifizierte Teilnehmer aus den Bereichen Medizin, Naturwissenschaften, Sportwissenschaften, Sozialwissenschaften, Philosophie, Theologie oder Rechtswissenschaften erhalten 10 Tage lang die Gelegenheit zum intensiven wechselseitigen Austausch, sowie zur Diskussion mit externen Experten. Lehreinheiten zur interdisziplinären Vermittlung ethisch relevanter Fragenkomplexe sind ebenso Bestandteil der Veranstaltung wie Exkursionen in einschlägige medizinische und sportwissenschaftliche Institute (Kompetenzzentrum für präventive Dopingforschung der Deutschen Sporthochschule Köln, Kinderklinik Uni Bonn). Hier haben die Teilnehmer Gelegenheit, sich einen Einblick in die Arbeit dieser Institutionen zu verschaffen, Referate der Institutsleiter zu hören, mit diesen zu diskutieren sowie in Austausch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu treten. Die Tagung wird mit einer öffentlichen Abschlussveranstaltung enden.

Von den Teilnehmern wird eine ausgeprägte Fähigkeit zur interdisziplinären Zusammenarbeit erwartet. Postdoktorales Niveau ist gewünscht, bei herausragender Qualifikation können auch Doktoranden zugelassen werden.

 

Kontakt: 

Institut für Wissenschaft und Ethik e.V. (IWE)
Bonner Talweg 57
53113 Bonn

Tel.: +49 - (0)228 - 33 64 19 20
Fax: +49 - (0)228 - 33 64 19 50

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