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Biomedizinische Ethik in Europa

Robert-Schuman-Symposium am 4. Mai 1994 in Bonn

 

Zu diesem Symposium - unterstützt durch die Stiftung F.V.S. zu Hamburg - lud die Universität Bonn in Zusammenarbeit mit dem Institut für Wissenschaft und Ethik sowie der Forschungsarbeitsgemeinschaft Bioethik in Nordrhein-Westfalen ein. Nach der Begrüßung durch Professor Dr. M.G. Huber betonte B. Neumann (Parlamentarischer Staatssekretär im BMBF) in seiner Eröffnungsansprache die Notwendigkeit einheitlicher ethischer Grundsätze für die biomedizinische Forschung in Europa, und zwar nicht nur als notwendige Grenzen, sondern auch als Verpflichtung, innerhalb dieser Grenzen aktiv zu handeln. Dr. O. Quintana-Trias (Präsident des CDBI des Europarates) beschrieb in seiner Eröffnungsansprache die Rolle des Europarates in der internationalen Bioethik und ging dabei insbesondere auf die «Bioethik-Konvention» ein. Im Anschluss daran wurden die Ansätze und Prinzipien in Ethik und Recht im Rahmen der medizin-ethischen Diskussion am Beispiel von Frankreich (J. Michaud), Großbritannien (Dr. D. Shapiro) und Deutschland (Professor Dr. E. Seidler) vorgestellt.

Im Rahmen des Informationsteiles am Nachmittag berichtete C. de Sola Llera als Generalsekretär des CDBI über die zum damaligen Zeitpunkt in ihrem Wortlaut noch nicht veröffentlichte «Konvention zum Schutz der Menschenrechte und der Würde des Menschen im Hinblick auf die Anwendung von Biologie und Medizin: Bioethik-Konvention» des Europarates.

L. Cordier stellte die Richtlinien und Forschungsprogramme zur biomedizinischen Ethik in der EU vor und Professor Dr. S. Andersen referierte über «Expertenurteil und gesellschaftlicher Konsens: Die Einrichtung von Konsensuskommissionen in Dänemark».

Die anschließende Podiumsdiskussion behandelte das Thema «Medizinethischer Konsens als Frage der Gesellschaft». Unter der Moderation von R. Yogeshwar diskutierten neben den bereits erwähnten Referenten Professor Dr. E. Doppelfeld, Dr. T. Neuer-Miebach, Dr. H. Otto (MdB) sowie Dr. F. Leidinger. Aus dem Publikum kamen hier vorrangig Anfragen und kritische Anmerkungen zur «Bioethik-Konvention», sowohl bezüglich ihres Inhaltes als auch hinsichtlich ihrer formalen Entstehungsgeschichte. Den Abschlussvortrag über «Wertüberzeugung und Akzeptanz: Die ethischen und rechtlichen Grenzen des medizinischen Fortschritts am Beispiel der Humangenetik» hielt MinDir. Dr. R. Grupp (BMG).

 

  • Ein ausführlicher Bericht über das Symposium ist zu finden in:

    Gethmann, C.F., Honnefelder, L. (Hg.): Jahrbuch für Wissenschaft und Ethik, Bd. 1, Berlin, New York 1996, 135-208.
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