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Research in Humans

  • Forschung_Am_MenschenAuthor:
    Bert Heinrichs

 

  • Titel:
    Forschung am Menschen
    [Research in Humans]

 

  • Verlag Walter de Gruyter
    Berlin / New York 2006.
    Studien zu Wissenschaft und Ethik | Bd. 3
    XIII, 381 S. / 23 x 15,5 cm Gebunden
    € 78,- / sFr 125,- / US$ 105,30
    ISBN 978-3-11-019310-7

 

  • Abstract (in German only):
    Die vorliegende Arbeit behandelt die Frage, unter welchen Bedingungen es als ethisch vertretbar gelten kann, Menschen im Rahmen biomedizinischer Experimente als Probanden zu verwenden.

    Der Gang der Untersuchung beginnt bei einer historisch-kritischen Problemexposition, die gleichsam das Feld für die weitere Bearbeitung bereitet (Kapitel I). Daran anschließend wird der unmittelbare Problemkreis der Forschungsethik zunächst zugunsten von fundamentalethischen Überlegungen verlassen. Diese beginnen mit einer Rekonstruktion des einflussreichen Principlism von Beauchamp und Childress sowie der daran geäußerten Kritik. Auf dieser Grundlage wird dann eine Erweiterung bzw. Umdeutung des Principlism vorgeschlagen. Dazu wird auf zentrale Lehrstücke der praktischen Philosophie Kants zurückgegriffen: Das Würdeprinzip wird als übergeordneter Deutungshorizont der Prinzipien des Principlism vorgestellt, die ihrerseits als „anthropologisch angereicherte“ materiale Prinzipienderivate des Würdeprinzips als formalem Letztprinzip begriffen werden. Diese Konstruktion bietet zum einen eine geltungstheoretische Begründung der „mittleren“ Prinzipien, zum anderen eröffnet sie eine Lösung des Problems konfligierender Prinzipien. Dieses Vorgehen kann zugleich als Versuch verstanden werden, den „angloamerikanischen“ Principlism mit dem „kontinentaleuropäischen“ Würdegedanken zu verbinden (Kapitel II). Sodann wird der Handlungsbereich biomedizinische Forschung einer strukturellen Analyse unterzogen. Damit wird der eigentliche Gegenstandsbereich der Forschungsethik zum einen gegen andere Handlungsbereiche – insbesondere den der medizinischen Praxis (Diagnose, Therapie, Prävention) – abgegrenzt.
     
    Zum anderen werden ethisch relevante Binnenstrukturen aufgesucht, die bei einer produktiven Fortbestimmung allgemein-abstrakter ethischer Prinzipien zu spezifischen Prinzipien für die Forschungsethik beachtet werden müssen. Dies mündet in eine Typologie biomedizinischer Humanexperimente in praktischer Absicht (Kapitel III). Schließlich werden die fundamental­ethischen Überlegungen mit den Resultaten der Strukturanalyse des Handlungsbereichs zusammengeführt. Ein Großteil der dabei gewonnen spezifischen Prinzipien ist aus der Forschungsethik ohne Zweifel bereits bekannt. Das Hauptaugenmerk liegt indessen nicht in erster Linie darauf, neue Prinzipien für die Forschungsethik zu entwickeln, sondern vielmehr in dem Aufweis des geltungstheoretischen Ortes der (größtenteils) bekannten Prinzipien sowie ihres Zusammenwirkens. Durch Rückbezüge auf die vorangegangenen Teile wird die systematische Gesamtstruktur hervorgehoben, Verweise auf einschlägige forschungsethische Kodizes – die Declaration of Helsinki der World Medical Association (WMA), die International Ethical Guidelines for Biomedical Research Involving Human Subjects des Council for International Organizations of Medical Sciences (CIOMS) sowie das Additional Protocol to the Convention on Human Rights and Biomedicine Con­cerning Biomedical Research des Council of Europe – markieren das Verhältnis der entwickelten Theorie zu bestehenden regulativen Ansätzen (Kapitel IV). Den Abschluss der Untersuchung bildet der Versuch, die entwickelte kritisch-systematische Forschungsethik im Hinblick auf drei nach wie vor kontrovers diskutierte Problemkomplexe auszuwerten und so zugleich das Potential des Ansatzes zu illustrieren; dies sind die Forschung mit Minderjährigen, randomisierte klinische Studien sowie die Forschung in Entwicklungsländern (Kapitel V). In einem kurzen Ausblick werden schließlich Probleme benannt, deren weitere ethische Untersuchung besonders dringlich erscheint und die daher zum Gegenstand zukünftiger Untersuchungen gemacht werden sollten (Kapitel VI).
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