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Lebensverlängerung und Verlangsamung des menschlichen Alterns

Individuelle Einschätzung, gesellschaftliche Auswirkung, ethische Analyse und normative Beurteilung

(im Rahmen des NRW-Exzellenzwettbewerbs 'Geisteswissenschaften gestalten Zukunftsperspektiven')

 

  • Kurzbeschreibung:
    Mit der Zunahme unserer Kenntnisse in den Biowissenschaften und insbesondere vor dem Hintergrund neuerer tierexperimenteller Befunde in der Biogerontologie rückt die Option einer deutlichen Verlängerung der menschlichen Lebensspanne und der Verlangsamung des Alterungs- und Seneszenzprozesses zunehmend in den Bereich einer realen Zieloption. Großen Forschungsanstrengungen in diesem Bereich steht ein Mangel an gesellschaftlicher Reflexion über die Wünschbarkeit dieses Zieles gegenüber. Das hier vorgestellte Projekt will die Einstellungen in der deutschen Bevölkerung repräsentativ ermitteln und diese Resultate in eine ethische Analyse einbringen. Die ethischen Argumente sollen hierzu systematisiert und ihre naturwissenschaftlich-medizinischen und ihre sozialwissenschaftlich-empirischen Prämissen überprüft werden.

    Die Frage, ob das Altern selbst als behandlungsbedürftig anzusehen ist und nicht nur die mit dem Altern verbundenen Krankheiten, stellt im Rahmen der kulturellen Herausforderungen, die mit einer alternden Gesellschaft verbunden sind, eine wichtige normative Fragestellung dar, die angesichts der Konjunktur medizinischer und nicht medizinischer Anti-Aging-Strategien von aktueller Bedeutung ist. Eine frühzeitige gesellschaftliche Reflexion und ethische Analyse sind notwendige Voraussetzungen für die Diskussion zukünftiger biogerontologischer Forschungsziele.


  • Zur Vorstudie (unter abgeschlossene Projekte): 
    Ethische Normen angesichts medizinisch ermöglichter Lebensverlängerung
    (im Rahmen der Forschergruppe Alternsformen und Altersschicksale)

 

  • Leitung: 
    Dr. phil. Michael Fuchs
    Institut für Wissenschaft und Ethik, Bonn

    Prof. Dr. phil. Georg Rudinger
    Zentrum für Alternskulturen, Bonn

 

  • Förderung: 
    Wissenschaftszentrum NRW – Kulturwissenschaftliches Institut, Essen

 

  • Förderungszeitraum: 
    Juli 2005 - Dezember 2006

 

  • Ansprechpartner: 
    Dr. theol. Dipl. psych. Ulrich Feeser-Lichterfeld
    Institut für Wissenschaft und Ethik, Bonn

 

  • Publikationen:
    Ulrich Feeser-Lichterfeld: Intergenerational Justice in an Extreme Longevity Scenario: Ethical Issues in Biogerontological Endeavours, J. Tremmel (Ed.), Demographic Change and Intergenerational Justice. The Implementation of Long-Term Thinking in the Political Decision Making Process, Berlin 2008, 127–134.

    Ulrich Feeser-Lichterfeld: Wollen wir ewig leben? Die Provokation des Anti-Aging-Booms und der biogerontologischen Forschung, in: Herder Korrespondenz 61 (2007), H. 5, S. 238-243.

    Michael Fuchs: Biomedizin als Jungbrunnen? Zur ethischen Debatte über künftige Optionen der Verlangsamung des Alterns, in: Zeitschrift für medizinische Ethik 52 (2006) S. 355-366.

    Ulrich Feeser-Lichterfeld, Michael Fuchs, Franciska Illes, Uwe Kleinmas, Britta Krahn, Kerstin Prell, Christian Rietz, Marcella Rietschel, Georg Rudinger, Thomas Runkel, Edgar Schmitz: Lebensverlängerung und Verlangsamung des menschlichen Alterns. Erträge eines interdisziplinären Forschungsprojekts, in: Jahrbuch für Wissenschaft und Ethik, Bd. 12 (2007), 219-254.
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