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Selektion aufgrund genetischer Diagnostik?

Medizinische, ethische und rechtliche Aspekte der Präfertilisations- und Präimplantationsdiagnostik

 

  • Kurzbeschreibung:
    Genetische Diagnostik im Rahmen einer in vitro-Fertilisation ist seit Anfang der 90er Jahre technisch möglich geworden. Sie kann als Präfertilisationsdiagnostik an Polkörpern der zu befruchtenden Eizelle oder als Präimplantationsdiagnostik an einzelnen totipotenten oder pluripotenten Blastomeren des entstandenen Embryos durchgeführt werden. Das Projekt setzt sich bezüglich der medizinischen Aspekte mit den technischen Möglichkeiten der Diagnostik, mit den Vor- und Nachteilen der Präfertilisations- im Vergleich zur Präimplantationsdiagnostik sowie mit den Anwendungsbereichen und schließlich mit der Akzeptanz in ausgewählten Bevölkerungsgruppen auseinander. 
    Die Erörterung der ethischen Problematik geht insbesondere auf drei Aspekte ein.
    Zuerst wird danach gefragt, wie die der Diagnostik folgende Selektion von Eizellen bzw. Embryonen handlungstheoretisch zu beschreiben ist, um sie einer ethischen Analyse unterziehen zu können. In diesem Zusammenhang werden z.B. Fragen des moralischen Status, des Krankheitsverständnisses der Humangenetik, des Arztvorbehaltes, der ethischen Funktion von Rahmenvorgaben etc. erörtert.
    Des weiteren wird untersucht, wodurch sich ärztliche Selektionsentscheidungen in anderen Handlungsbereichen auszeichnen, um deren Legitimation hinsichtlich ihrer Übertragbarkeit auf die Selektion im Rahmen der in vitro-Fertilisation zu prüfen.
    Schließlich wird ausgehend vom Menschenrechtsgedanken gefragt, inwieweit die Rechte auf Leben, auf körperliche Unversehrtheit und auf Selbstbestimmung im beschriebenen Handlungsfeld relevant werden, wie mit dem Fall konfligierender Rechte umgegangen werden kann und inwiefern ein Recht auf Fortpflanzung denkbar ist.
    Die drei Ansätze ethischer Analyse nehmen jeweils Bezug auf die bereits reichhaltige Diskussion im Bereich der Pränataldiagnostik - nicht zuletzt, weil das Argument, mit der Präfertilisations- bzw. Präimplantationsdiagnostik könnten Schwangerschaftsabbrüche vermieden werden, als eines der Hauptargumente der Befürworter dieser Methoden angeführt wird.


  • Antragsteller:
    Prof. Dr. med. Dr. phil. Klaus Bergdolt
    Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Universität Köln

    Prof. Dr. phil. Dr. h.c. Ludger Honnefelder
    Institut für Wissenschaft und Ethik, Bonn

    Prof. Dr. jur. Dr. h.c. Hans-Ludwig Schreiber
    Juristische Fakultät der Universität Göttingen

 

  • Bearbeitung:
    Susanne Schneider
    Juristische Fakultät der Universität Göttingen

    Dr. med. Christiane Woopen
    Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Universität Köln,
    Institut für Wissenschaft und Ethik, Bonn

 

  • Mitwirkung:
    Prof. Dr. med. Klaus Diedrich
    Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Medizinischen Universität Lübeck

    Prof. Dr. med. Hermann Hepp
    Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Klinikums Großhadern, Universität München

    Prof. Dr. theol. Martin Honecker
    Evangelisch-Theologisches Seminar der Universität Bonn

    PD Dr. med. Wolfgang Küpker
    Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Medizinischen Universität Lübeck

    Prof. Dr. jur. Dr. h.c. Adolf Laufs
    Institut für Geschichtliche Rechtswissenschaft, Abt. für Medizinrecht der Universität Heidelberg

    Prof. Dr. med. Eberhard Schwinger
    Institut für Humangenetik der Medizinischen Universität Lübeck

    Prof. Dr. phil. Ludwig Siep
    Institut für Wissenschaft und Ethik, Bonn

    Prof. Dr. med. Klaus Zerres
    Institut für Humangenetik des Universitätsklinikums der RWTH Aachen

 

  • Förderung:
    Förderinitiative Bioethik der DFG

 

  • Förderungszeitraum:
    August 1998 - Juli 2000

 

  • Publikationen:
    Susanne Schneider und Christiane Woopen: Selektion aufgrund genetischer Diagnostik? – Zur Beziehung zwischen den ethischen und rechtlichen Betrachtungen in den beiden Teilprojekten; in: Jahrbuch für Wissenschaft und Ethik Bd. 10/2005, S. 325-328.

    Susanne Schneider: Selektion aufgrund genetischer Diagnostik? – Rechtliche Aspekte der Präimplantations- und Präfertilisationsdiagnostik; in: Jahrbuch für Wissenschaft und Ethik Bd. 10/2005, S. 329-342. 

    Christiane Woopen: Selektion aufgrund genetischer Diagnostik? – Handlungstheoretisch fundierte Güterethik und ihre Anwendung am Beispiel der Präimplantationsdiagnostik; in: Jahrbuch für Wissenschaft und Ethik Bd. 10/2005, S. 343-353.
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