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Klonen von Tieren

Kriterien einer ethischen Urteilsbildung

 

  • Kurzbeschreibung:
    Angeregt vor allem auch durch die Nachricht vom «Klonschaf Dolly» im März 1997 wird das Klonen von Tieren nicht nur hinsichtlich einer Anwendung auf den Menschen, sondern auch hinsichtlich der Anwendung auf die Tiere selbst in Wissenschaft und Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Die Möglichkeit, genetisch identische Kopien von Tieren - auf Wunsch in beliebiger Anzahl - und mittels der Zellkerntransplantation auch von bereits erwachsenen Tieren herzustellen, wird insbesondere seitens der biologischen Grundlagenforschung, der biomedizinischen Forschung und Anwendung sowie der landwirtschaftlichen Nutztierzucht mit hohen Erwartungen verknüpft. Sie trifft aber auch auf gewichtige Bedenken, die zum einen mögliche nicht-intendierte Nebenfolgen, zum anderen aber auch die intendierten oder intendierbaren Ziele selbst betreffen.
    Vor diesem Hintergrund ist das IWE vom Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) um die Erstellung eines Gutachtens «Klonen von Tieren. Kriterien einer ethischen Urteilsbildung» gebeten worden. Es ist Teil des vom TAB im Auftrag des Ausschusses für Bildung, Wissenschaft, Forschung, Technologie und Technikfolgenabschätzung des Deutschen
    Bundestages durchgeführten Projekts «Klonen von Tieren» und dort dem Projektsegment «Ethische, rechtliche und politische Beurteilung» zugeordnet.
    Methodischer Ausgangspunkt des Gutachtens ist eine Analyse des ethischen Ansatzes, der den Menschenrechtskodifikationen und insbesondere auch dem Grundrechtsteil des deutschen Grundgesetzes, aber auch dem geltenden Tierschutzrecht zugrunde liegt, und dem daher über die faktische Geltung hinaus eine wohlbegründete Gültigkeit unterstellt werden kann. Dabei wird zugleich auf die maßgeblichen Theorien und Ansätze der Tierethik Rücksicht genommen, die in der Diskussion um das Klonen von Tieren ins Feld geführt werden oder von Relevanz sind. Auf diese Weise werden abschließend die zentralen Gesichtspunkte herausgearbeitet, an denen sich eine ethische Beurteilung des Klonens von Tieren, differenzierend sowohl nach den unterschiedlichen Verfahren bzw. Mitteln als auch nach den in Anspruch genommenen Zielen, orientieren kann.


  • Federführung:
    Prof. Dr. phil. Dr. h.c. Ludger Honnefelder
    Institut für Wissenschaft und Ethik, Bonn

 

  • Bearbeitung:
    Ingo Hillebrand, M.A.
    vormals IWE, inzwischen Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften, Bonn

    Dr. phil. Dirk Lanzerath
    vormals IWE, inzwischen Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften, Bonn

 

  • Förderungszeitraum:
    März 1998 - Dezember 1998

 

  • Förderung:
    Teilgutachten im Auftrag des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB)

 

  • Publikation:
    Honnefelder, L., Lanzerath, D., Hillebrand, I.: Klonen von Tieren. Kriterien einer ethischen Urteilsbildung. Gutachten für das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) im Rahmen des Projekts «Klonen von Tieren». In: Honnefelder, L., Streffer, C. (Hg.): Jahrbuch für Wissenschaft und Ethik, Bd. 4, Berlin, New York 1999, 293-351 (Abdruck mit freundlicher Genehmigung des TAB).
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