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Ethische Normen angesichts medizinisch ermöglichter Lebensverlängerung

(Im Rahmen der Forschergruppe Alternsformen und Altersschicksale)

  • Kurzbeschreibung:
    Das Projekt wird gemeinsam mit der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Bonn durchgeführt. Untersucht werden ethische Fragestellungen, die sich im Zuge der biomedizinischen Forschung zur Ermöglichung einer verlängerten Lebensspanne ergeben.
    Zwar hat sich die durchschnittliche Lebenserwartung in den westlichen Industrieländern durch medizinische Maßnahmen wesentlich erhöht. Dennoch ist die biologisch maximal mögliche Lebensspanne in der gesamten Menschheitsgeschichte kaum gewachsen. Vor diesem Hintergrund wird eine Veränderung mit der Anwendung der Gentechnik auf den Menschen erwartet, die nicht nur Krankheiten bekämpfen soll, sondern möglicherweise auch auf natürliche Prozesse wie das Altern einwirken kann. Angesichts der Ergebnisse der biologischen Alternsforschung bieten sich auch andere Instrumente einer gezielten Lebensverlängerung an. In der derzeit in der Medizinethik geführten Diskussion um die normative Bedeutung der Unterscheidung zwischen Krankheitsbehandlung (Diagnose, Prävention, Therapie) und Verbesserung nichtkrankheitsbezogener körperlicher und geistiger Merkmale (Enhancement) bereitet die Option einer möglichen Verlangsamung des Alterns besondere Schwierigkeiten. Da viele Krankheiten durch den Alterungsprozess zumindest gefördert werden, ließe sich seine Verlangsamung auch als eine Art Krankheitsprävention darstellen. Zudem ist die Identifikation als Enhancement nicht zwingend ein normativ hinreichendes Ausschlusskriterium für einen gewünschten Eingriff, zumal es bereits heute nichttherapeutische Eingriffe gibt, die viele zu den akzeptierten ärztlichen Handlungen zählen (z.B. ästhetische Chirurgie). Ethisch bedeutsam ist in diesem Kontext die bestehende Spannung zwischen dem Wunsch nach der Überwindung natürlicher Grenzen und der Wertschätzung des naturhaft Gegebenen. Außerdem sind sozialethische Implikationen einer möglichen Verlängerung der Lebensspanne angesprochen.
    Das Projekt behandelt die Frage, wie diese Eingriffsszenarien in den Prozess des Alterns und die Erwartung einer deutlich verlängerten maximalen Lebensspanne zu deuten und normativ zu beurteilen sind. Das Projekt ist Teil der Forschergruppe "Alternsformen und Altersschicksale", die an der Universität Bonn unter der Leitung von Prof. Dr. Georg Rudinger im Aufbau ist.


  • Zum Folgeprojekt (laufende Projekte):
    Lebensverlängerung und Verlangsamung des menschlichen Alterns. Individuelle Einschätzung, gesellschaftliche Auswirkung, ethische Analyse und normative Beurteilung (im Rahmen des NRW-Exzellenzwettbewerbs 'Geisteswissenschaften gestalten Zukunftsperspektiven')

 

  • Vertragspartner:
    Dr. phil. Michael Fuchs, (Projektleiter)
    Institut für Wissenschaft und Ethik, Bonn
    Tel.: +49 (0)228 / 3364-19 21
    Fax: +49 (0)228 / 3364-19 50
    E-Mail: fuchs@iwe.uni-bonn.de

 

  • Ansprechpartner:
    Thomas Runkel
    Institut für Wissenschaft und Ethik, Bonn
    Tel.: +49 (0)228 / 3364-19 20
    Fax: +49 (0)228 / 3364-19 50

 

  • Förderung:
    Universität Bonn

 

  • Förderungszeitraum:
    März 2003 - Juni 2004
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