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Bindung der Anwendung prädiktiver Gentests an Gesundheitszwecke?

Medizinische, ethische und rechtliche Aspekte eines verantwortbaren Umgangs mit prädiktiven genetischen Tests

 

  • Kurzbeschreibung:
    In dem Projekt soll die Frage untersucht werden, durch welche Formen der Eingrenzung die Anwendung der neuen prädiktiven genetischen Testverfahren auf die gewünschten Ziele beschränkt werden kann und die Nebenfolgen in vertretbaren Grenzen gehalten werden können. Mit den Methoden der philosophischen Ethik und der Rechtswissenschaften werden hierzu verschiedene Vorschläge und Lösungsansätze auf ihre Begründbarkeit sowie ihre praktische Umsetzbarkeit und Leistungsfähigkeit in den relevanten Anwendungsbereichen hin geprüft. Geklärt werden muss, inwiefern sich die Lösungsansätze, die in unterschiedlichem Zusammenhang vorgestellt wurden, gegenseitig ausschließen oder ergänzen.
    Im Rahmen des Projektansatzes sollen zunächst die in der Diskussion befindlichen Konzeptionen «prädiktiver genetischer Testverfahren» (Europarat, Bundesärztekammer, WHO, Deutsche Gesellschaft für Humangenetik etc.) dokumentiert und untersucht werden. Dabei ist herauszuarbeiten, inwieweit überhaupt ein Regelungsbedarf für die Anwendung dieser Tests besteht. Eine doppelte Fragestellung ist hierbei leitend: (1) Sollen prädiktive genetische Tests uneingeschränkt zugelassen oder grundsätzlich verboten werden? (2) Falls eine Zulassung grundsätzlich vertretbar ist, sollte eine Begrenzung auf krankheitsrelevante Testziele vorgenommen werden, oder sind andere Kriterien der Eingrenzung vorzuziehen? Für die Beantwortung beider Fragen ist die Beschreibung und die Einschätzung der möglichen Gefährdungspotentiale Voraussetzung.
    Im Anschluss an die Erörterung dieser Fragestellungen soll die Relation der Gefahrenpotentiale zu den in der Diskussion befindlichen Modellen einer Implementierung prädiktiver genetischer Testverfahren in die bestehende gesellschaftliche, medizinische und juristische Praxis untersucht werden.


  • Antragsteller:
    Prof. Dr. phil. Dr. h.c. Ludger Honnefelder
    Institut für Wissenschaft und Ethik, Bonn

    Prof. Dr. med. Peter Propping
    Institut für Humangenetik der Universität Bonn

    Prof. Dr. jur. Jochen Taupitz
    Institut für Deutsches, Europäisches und Internationales Medizinrecht, Gesundheitsrecht und Bioethik der Universitäten Heidelberg und Mannheim

 

  • Bearbeitung:
    Bert Heinrichs, M.A.
    Institut für Wissenschaft und Ethik, Bonn
    Tel.: +49 (0)228 / 3364-19 29
    Fax: +49 (0)228 / 3364-19 50
    E-Mail: heinrichs@drze.de

    Referendar Moritz Moeller-Herrmann
    Institut für Deutsches, Europäisches und Internationales Medizinrecht, Gesundheitsrecht und Bioethik der Universitäten Heidelberg und Mannheim

    Andreas Vieth
    Institut für Wissenschaft und Ethik, Bonn

 

  • Mitwirkung:
    Prof. Dr. phil. Jan P. Beckmann
    Institut für Wissenschaft und Ethik, Bonn

    Prof. Kåre Berg, M.D.
    Institute of Medical Genetics, University of Oslo, Norwegen

    Dr. phil. Michael Fuchs
    Institut für Wissenschaft und Ethik, Bonn

    Prof. Göran Hermerén, Ph.D.,
    Department of Medical Ethics, Lund University, Schweden

    Dr. phil. Dirk Lanzerath
    Deutsches Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften, Bonn

    Dr. med. Marcella Rietschel
    Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Bonn

 

  • Förderung:
    Zweite Förderungsphase des Deutschen Humangenomprojekts des BMBF

 

  • Förderungszeitraum:
    Mai 2000 - August 2002

 

 

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